17 Feb 2012

„Back to the Roots" – Vorwärts in die Zukunft

„Back to the Roots – Vorwärts in die Zukunft“ habe ich im Booklet des Wettbewerbs „Restaurant der Zukunft“ gelesen. Ein Ausdruck der ziemlich tiefgründig ist, wie ich finde; Zumindest im folgenden Zusammenhang.

Von Anfang an

Bereits zum fünften Mal organisierte die Fachzeitschrift  „Gastronomie Report“ den weltweit einzigartigen Wettbewerb: „Restaurant der Zukunft“. Immer in Kooperation mit verschiedenen Hochschulen setzen im Rahmen des Wettbewerbsprojekts Studenten ihre Sicht der Zukunfts-Gastronomie unter einem bestimmen Motto modelliert und inhaltlich um.
Frei von budgetären, räumlichen, organisatorischen oder behördlichen Grenzen. Das Motto in diesem Jahr – Back to the Roots – wurde als Prüfungsaufgabe in Kooperation mit der Fachakademie für Raum- und Objektdesign in Garmisch-Partenkirchen durchgeführt.
Der Startschuss für diese Aufgabe erfolgte für die Schüler bereits schon im September vergangenen Jahres. Und Anfang Januar präsentierten die 14 teilnehmenden Schreinermeister/innen der FAK ihre Visionen anhand plastischer Modelle vor einer ausgewählten Jury. 


Back to the Roots

Was mich persönlich an diesem Wettbewerb so fasziniert ist, dass (junge) Menschen sich Gedanken machen, was ihre visionären Bedürfnisse sind, um am bekannten „3rd Place“ sich wohl zu fühlen und innere Sehnsüchte zu stillen, die sie so noch nicht gastronomisch erlebt haben bzw. wünschen  – Frei von (gastronomischen) Vorurteilen und Grenzen sowie ein Mix aus psychologischen Mechanismen und Handlungen sowie beruflicher Kompetenz und Talent der Schüler. Eine spannende Materie, die mich unwahrscheinlich interessiert, da man extrem viel aus diesem Wettbewerb schöpfen kann. Gastronomen speziell und Menschen allgemein, welche sich  im beruflichen Kontext auf diese Branche spezialisiert haben.


Willy Faber, der Kopf des Wettbewerbs und Herausgeber des „Gastronomie Report“ formuliert es recht treffend wie ich finde, was dieser Wettbewerb auslöst: „Bei bislang jedem Wettbewerb sind andere Strömungen erkennbar geworden, die sich hinterher tatsächlich in Gastro-Konzepten niedergeschlagen und internationale Relevanz erlangt haben. Das ist jetzt schon der fünfte Wettbewerb und ich bin jedes Mal aufs Neue überwältigt, was dabei für Kreativität freigesetzt wird. Es ist unglaublich, was an Ressourcen und Ideen vorhanden ist, wenn man junge Leute einfach mal machen lässt. Nur so ist es auch immer wieder möglich, dem Gastgewerbe branchenübergreifend wertvolle Inputs und Visionen zu geben.“


Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter und sage, dass auch andere Branchen daraus lernen können. Nämlich allgemein die menschlichen  Bedürfnisse zu „ersehen“ und zu spüren in der immer schnelleren Welt des digitalen Zeitalters mit all seinen  Konsequenzen und Möglichkeiten für Menschen und Unternehmen. Die Gastronomie war schon immer eine Trendquelle für andere Bereiche und eine eigene Faszination wie sich Menschen und warum sich Menschen wohl fühlen, sich irgendwo gerne aufhalten, hinströmen usw. Ganz viele Nebeneinflüsse spielen hier neben den Kernvoraussetzungen (Speisen, Getränke, Lage/Standort, Personal etc.) eine Rolle: Licht, Innen-Design, Farben, Raum-Gestaltung, Atmosphäre, Schaffung von Illusion, Sehnsüchte, Persönlichkeit, ein „Zuhaue-Gefühl“ den Menschen geben, „Instinkt-Befriedigung“ u.v.m. 

         
Die Frage ist also auch bei diesem Wettbewerb: Was bzw. wie verbindet man ein Restaurant der Zukunft mit traditionellen menschlichen Wurzeln und grundmenschlichen Bedürfnisse?    


Die Antwort(en)

Mit „Nexus“ hat die Siegerinn Veronika Wernsdörfer  ein weltumspannendes Netzwerk erschaffen, das durch die Holografie menschliche Nähe trotz zunehmender Globalisierung bewahrt. Das Grundkonzept beruht auf der aus Science-Fiction-Filmen bekannten Vorstellung, einen Menschen von einem Ort zum anderen „beamen“ zu können. Das kann zwar auch das Restaurant „Nexus“ nicht erfüllen, aber warum nicht stattdessen in Hong-Kong mit dem Hologramm des Partners in Berlin essen gehen? Ein Ansatz, der vor allem für die großen Filialisten dieser Welt interessant sein dürfte.

2012_nexus01

 

Eine andere Restaurant-Vision - Projection - dagegen verspricht, das alle erdenklichen Orte an einen Standort projiziert werden und dem Mensch es Möglich macht überall zu essen - sogar ein Mittagessen auf dem Mond.

Projection

Aktuell sehr im Zeitgeist: Angesicht der Landflucht und der immer größer werdenden Städte erschien es dem Erfinder von „Running Green“ wichtig, das Thema Natur und das Verständnis für die Herkunft sowie für das Produzieren von natürlichen Lebensmitteln spürbar und erlebbar den Gästen seines Konzeptes zu zeigen. Vom Feldsalat bis zum Himbeerstrauch, eine große Vielfalt an Gemüse und Obst werden in Beet-Boxen durch ein Paternoster ähnliches Aufzugsystem mit verschiedenen Ebenen (Küche, Kellergeschoß, Dachterrasse, Restaurantbereich, Anlieferung der Zutaten im Keller) bespielt. Kooperationen mit ausgewählten Gärtnereien oder lokalen Bauern sorgen für die Belieferung. 

Running_green

Auch spannend und unterstreicht die immer höher werdende Mobilitätserwartung der Menschen spiegelt das Konzept „Gastronomaden“ wieder. Ein mobiles und autark funktionierendes Restaurant untergebracht in einem Gigaliner, welches an verschiedenen Standorten aufgestellt werden kann inkl. Fotovoltaikelemente für die nötige Versorgung.  
Das Konzept der Foodtrucks ist schon heute, gerade in USA, immer mehr zu sehen…

Gastromaden

Willy Faber ist sich sicher, dass viele Elemente der Konzeptideen daraus in der Gastronomie von morgen sich wiederfinden werden.

Ich bin mir sicher, dass es viele solcher Wettbewerbe oder Incentives mit Menschen braucht, um -  auf dem ersten Blick nichtmachbare Szenarien -  bei etwas tieferer Betrachtung und einem  Voraus-Denken so neue Impulse für seine Arbeit zu schöpfen….    

Hier alle Modelle und Infos zum Wettbewerb seit 2004!

      

29 Nov 2011

Markenführung...mit mobilen Konsequenzen!

Am 29.11 und 30.11.2011 fand bzw. findet erstmalig die mobile business conference in Köln statt.  Die Konferenz veranstaltet von Neue Mediengesellschaft Ulm und präsentiert von der INTERNET WORLD Business dreht sich alles über die Thematik Mobile Web, Mobile Apps, mobile Entwicklungen, mobile SEO, Social local, M-Commerce uvm. Leider konnte ich aus zeitlichen Gründen nur am ersten Tag anwesend sein, sodass ich den zweiten Tag mit vielen praktischen Anwendungen leider nicht mitverfolgen kann....

Was sicherlich die Attraktivität  noch zudem erhöhte war, dass man als Teilnehmer der mobile business conference kostenlos an der parallel stattfindenden iPhone DevCon teilnehmen konnte. (Ich habe diese aber leider nicht besucht..:-)) 

Die Konferenz war bzw. ist bis auf den letzten Platz ausgebucht. Etwa ein Indiz dafür, dass nun die nächste Welle kommt, welche bei Entscheidungsträgern auf Resonanz stößt und Säle füllt...:-)!? Die zweite mobile business conference ist zumindest schon fix und wird Ende März in München stattfinden bzw. fortgeführt.

Mein Part auf der  Conference war es, was mich auch sehr gefreut hat, einen Vortrag mit folgendem Titel halten zu dürfen: Mobile Markenführung - Der erste und der letzte Eindruck sind entscheidend - Veränderungen des Markenkonsums und Markenführung durch die Generation Mobile!“

 Warum ich den Titel hier ankündige? Zu beginn meines Vortrages habe ich nämlich diesbezüglich einen kleinen „Fehler“ zugeben müssen. Denn, meiner Meinung nach, gibt es keine „Mobile Markenführung“! Markenführung ist und bleibt ein komplexer für sich stehender Ausdruck bzw. Aufgabenbereich. Und dies mit all seinen Facetten, so wie einer gut erarbeiteten und für jeden! (Mitarbeiter) eine verständliche Marken-Positionierung und Botschaft, die Markenpflege, Markenaufbau, Markenkommunikation etc. Doch, um wieder auf mein Thema zu kommen, steht die heutige Markenführung vor neuen Aufgaben bzw. Herausforderungen.  Auf der einen Seite getrieben durch Social Media als auch durch „Mobile“ und dessen dynamische Entwicklung an Hardware und Softwaretechnologie.  Anders gesprochen: Die Digitalisierung mit den heutigen und zukünftigen Möglichkeiten auf allen Facetten der Soft- und Hardware legt neue Spielregeln fest und führt zu einer „Mobile Experience“ mit tollsten Möglichkeiten für Unternehmen und Konsumenten. Drei Punkte möchte ich erläutern, was Mobile dafür leisten kann, bzw. was ich wichtig finde: 

1. Mobile schafft ganzheitliche Multi-Channel-Kommunikation und verbindet (endlich) die online und offline Welt. (Digital, Real, Raum, Mensch)

2. Bei „Experience“ geht es nicht primär um Branding, sondern um echten Nutzen, Service und einer gewissen Unabhängigkeit für die Konsumenten im Umgang von Produkten oder Dienstleistung.

3. Mobile schafft Orientierung für die Konsumenten über Produkte, Leistungsversprechen der Unternehmen, Markenverhalten, Community- Relevanz, Kauf-Aktivitäten u.v.m. 

Die Herausforderungen  für Unternehmen werden somit immer komplexer. Durch mobile Endgeräte und dessen ständiger Nutzung der User jeglicher Art an Kommunikationsmöglichkeiten und Informationsbeschaffung,  treten Unternehmen ihren Anspruchsgruppen in neuen Situation gegenüber: „Mobile„zwingt“ Marken zum bewussten Engagement der Menschen in die eigene Markenwelt!“ „Bewusst“ sollte es deswegen sein, da es unbewusst, wie wir mittlerweile alle wissen sollten, sowieso passiert...und mobile Endgeräte beschleunigt dies extrem.

Letztendlich komme ich bei meinem Vortrag zu folgendem Fazit. Marken werden, wie Menschen auch, immer stärker auf Werte, Persönlichkeit, Gemeinsamkeiten, Verhalten, Einstellung - just in Time -  geprüft und daran gemessen. Egal ob direkt ein Produkt damit im Zusammenhang steht oder, ob sich eine Marke für ein gesellschaftliches oder individuelles Resonanzthema einsetzt, bei der die jeweilige Marke auch nur mittelbar damit in einer Beziehung steht. Letzteres könnte bei einer negativen Erfahrung für einen Einzelnen den etwaigen guten ersten (Produkt-)Eindruck schnell wettmachen und schlussendlich am Image kratzen. Die moderne Markenführung beinhaltet somit einen Baustein mehr, der über Sympathie und Empathie auf die „Markenpathie“ setzt, um Unternehmen im neuen Zeitalter erfolgreich und persönlicher in der gesamten Darstellung zu positionieren. Gute Markenführung auf echte Augenhöhe wird demnach immer wichtiger....

So, dass mal kurz zusammengefasst. Hier die Präsentation dazu. Es zählt das gesprochene....:-)  

8 Nov 2011

Video-Podcast für SAUSALITOS über Cocktails und Gastro-Lifestyle!

Seit einigen Jahren trage ich die Idee schon mir mir herum: Warum nicht die spannende Welt der Cocktails, die verschiedenen Arten der Mixtechniken, die Geheimnisse der Spirituosenvielfalt und  dessen Herkunft aus tollen Ländern und Destinationen sowie den Beruf "Barkeeper" nicht als Cocktail-Show umsetzen und den Leuten näher bringen. So wie es damals Jamie Oliver oder Tim Mälzer es geschafft haben, das Kochen auf eine neue Art und Weise cool zu machen. Aus Erfahrung weiß ich, dass Cocktails, ihre Zubereitung, die Geschichte, die Spirituosen oder die Möglichkeiten mit Küchen-Ingredienzen tollste Drinks zu mixen, sowie die Menschen, die Nacht für Nacht hinter der Bar stehen und "viel erleben und sehen" auf Interesse stoßen.

Was macht einen guten Wodka oder Gin aus? Wie werden eigentlich Cocktails gemixt? Wann darf sich Tequila "Tequila" nennen und wann nicht? Wie kann ich mit einfachen Zutaten für meine Gäste zuhause auch mal Cocktails mixen? Welcher Cocktail passt zu welchem Essen? Was sind typische Cocktails für Frauen oder Männer? Wie bekommt man eine tolle Schaumkrone auf den Cocktail. Die Herkunft von Rum oder Vodka mit Reisethemen verbinden...usw. 

Alles Fragen, die, wie ich finde, spannend in einem Bewegtbild-Konzept beantwortet werden können.

Vor zwei Wochen war es dann endlich soweit. Für meinen Kunden, der Marken- und Systemgastronomiekette SAUSALITOS haben wir nun den ersten Video-Podcast gedreht, der nun als monatliche Serie für die Gäste auf YouTube erscheinen wird. Der Name: "BarTOTAL" - und dieser soll Programm sein!

Im Mittelpunkt stehen also nun zwei Sausalitos- Barkeeper, die die Welt der Cocktails, den Gastro-Lifestyle, die Spirituosen-Vielfalt und die Sausalitos-Philosophie den Usern nahe bringen.

Der Fokus in jedem Podcast ist das Vorstellen eines speziellen „Podcast-Specialdrink“ als exklusiver Signature- Cocktail, der über den Serienzeitraum in den jeweiligen Filialen erhältlich ist. Für die User soll damit ein Anreiz geschaffen werden, die Filiale zu besuchen. Der konzeptionelle Rahmen bildet zudem Wissenswertes über die Spirituosenherkunft und dessen Herstellung, einfache Cocktailtipps für den Heimgebrauch und allgemeine Themen über Lifestyle-Trends sowie kuriose Gäste-Geschichten, welche die Barkeeper in ihrer täglichen Arbeit erleben.  

Der Video- Podcast richtet sich gezielt an den Endverbraucher und soll die Cocktail-Kompetenz sowie die Transparenz und Emotionalität der Marke stärken sowie ausbauen.  

Die Vermarktung des Video-Podcasts läuft über die eigene Webpräsenz, Instore-TV und Social Media.

Kommunikatives mittelfristiges Ziel ist eine interaktive Podcast-Serie. Heißt, dass die User über twitter oder facebook gezielt die Barkeeper der Serie anschreiben und Fragen oder Anregungen über den Inhalt des jeweiligen Podcasts stellen können.  

Der erste Schritt mit der ersten Folge ist also schon mal getan, dass eine "Cocktail-Show" evtl. mal entstehen kann...:-) Es gibt noch viele Sachen, die man konzeptionell weiter integrieren und ausbauen kann. Doch aller Anfang ist bekanntlich chwer und zudem auf heiße Eisen budgetiert. Für die zweite Folge werden wir aber schon mal zwei Dreh-Location mit einbinden, sodass es für die User noch informativer und abwechlungsreicher wirkt. Ich bin zumindest schon mal gespannt...:-)    

Anyway: Bei der Umsetzung beim Dreh hatten wir extrm viel Spaß und bedanke mich bei meinem SAUSALITOS - Team, bei Lucky7even und bei unserem Sponsor Bacardi Deutschland, ohne den dies nicht möglich gewesen wäre....

Stay Tuned...:-)

 

 

 

 

 

26 Oct 2011

TASTE THE WASTE

Der Trailer zum Film "Die globale Lebensmittelverschwendung" von Valentin Thurn sollte jeden zum nachdenken und umdenken animieren...

„Taste the Waste“ — Der Trailer from tastethewaste.com on Vimeo.

http://tastethewaste.com/

8 Sep 2011

Gezielter Einsatz: Smarte Coupons erobern Kunden!

Deutschland ist an einem Wendepunkt - zumindest, was die Bereitschaft für Smartphones betrifft.  Im vergangenen Jahr wurden erstmals mehr Smartphones verkauft als Computer. Insider prognostizieren, dass 2013 die mobile Internetnutzung das „Desktop-Internet“ überholt. Denn schon jetzt gehen etwa zwei Millionen Smartphone-Nutzer täglich damit online und im kommenden Jahr soll sich die Zahl mindestens verdoppeln, Tendenz steigend.  Der  Trend ist damit klar: Man „geht“ nicht mehr ins Internet, man ist im Internet. Das Handy hat sich als Smartphone zu einem mobilen Alleskönner und ständigem Infobegleiter gewandelt. Telefonieren alleine reicht schon längst nicht mehr aus, um den veränderten Anforderungen gerecht zu werden. Die Kommunikation mit Freunden über Social Media und  Unterhaltung durch ortsbezogene Dienste stehen hoch im Kurs. Immer und überall dabei sein, egal ob physisch anwesend oder nicht, das ist die Devise. Für den Unterhaltungscharakter  stehen hier Location Based Apps, Augmented Reality oder das Mobile Tagging über QR-Codes. Für das mobile Erlebnis mitentscheidend ist der Mehrwert für die Nutzer, der über  Smartphone oder Tablet-Computer gewonnen wird. Mehrwerte wie Produktvorteile, Services, Insights oder andere auf Social Gaming basierende Programme.

 

Tipp: Artikel aus der "direkt marketing" als Beilage der acquisa downloaden, und hier geht es zur aktuellen Ausgabe der acquisa und direkt marketing mit vielen weiteren tollen Beiträgen!

 

Konsequenzen für den stationären Handel
Waren die Lebenswelten der Menschen früher mit dem Zuhause, der Arbeit und öffentlichen Kommunikationsräumen wie beispielsweise der Gastronomie als „third Place“ klar definiert und strukturiert, entwickelt sich mit dem Social (Mobile) Web eine Art neuer Lebensraum. Sozusagen der „vierte Platz“ in Kombination aus Arbeit, Familie, Freunden und kommunikativem  Erlebnis.  Das mobile Internet wird zum Organisator, Zeitvertreib, „Lebensretter“ oder zum lokalen Produktfinder durch standortbezogene und zielgerichtete Couponingaktionen. Der stationäre Handel kann dabei durch die rasant ansteigende Nutzung von Smartphones und Tablets zweifelsohne profitieren und dies für Umsatzsteigerung und neuen Kundenbindungsmaßnahmen nutzen.
Durch die heutigen digitalen Möglichkeiten ergeben sich komplett neue Rahmenbedingungen, um echte Kundenloyalität und Wertsteigerung aufzubauen, die das klassische Couponing nicht so effizient leisten kann.

Willkommen im Mobile Commerce!
Der M-Commerce ist auf dem Vormarsch  und wird reale Kaufprozesse wieder stärker fördern. Treiber sind  ganz klar  Technologien mit LTE (Long Term Evolution)  GPS, NFC (Near Field Communication) und die immer zahlreicher werdenden Dienste für Location Based Services.  Nicht zu vergessen:  die Hardware fungiert hier als echtes Lifestyle-Objekt und Statussymbol für die Nutzer.

Was das für den stationären Handel bedeutet ist klar: Wenn der Nutzer sich in einer fremden Stadt befindet, in Einkaufspassagen oder schlicht und ergreifend etwas Neues entdecken will, dann greift er zum Smartphone oder Tablet-Computer, um sich über umliegende Angebote zu informieren. Im besten Falle werden  über die Push-Funktion der jeweiligen Applikation direkt und automatisch Angebote, Aktionen oder Loyalitätsprogramme der Marke auf dem Display des Nutzers angezeigt. Digitale Informationen werden somit zum Wegbegleiter und Einkaufsführer. Die Vergangenheit zeigte: Der stationäre Handel kämpft nicht nur mit einer höheren Wettbewerbsdichte in der realen Welt, sein größter Umsatzkonkurrent ist der viel flexiblere Online-Handel. Schon längst wird offline nach Produkten gefahndet, die aufgrund von Preisvorteilen oder purer Bequemlichkeit direkt online gekauft werden. Den Weg ins Geschäft suchen nach oder vor der Recherche nur noch wenige, um sich mit eigenen Augen noch einmal von der Qualität überzeugen zu können.

Mobile verbindet Online und Offline
Mobile Endgeräte verbinden nun die beiden Welten und erzeugen großes Potenzial für die direkte Kundenansprache. Der Kunde ist bereits im Geschäft und informiert sich dort – per mobile Web – über Angebote, ehe er zur Tat schreitet. Der Vorteil für den Verkauf: Über Geo-Location wird der Aufenthaltsort der Käufer transparent, er ist praktisch immer in Echtzeit erreichbar und kann demo- sowie soziographisch angesprochen werden. Weiterer Pluspunkt: Zukünftig wird das mobile Endgerät durch die Technik und neuen Erlösmodellen zur mobilen Geldbörse und sorgt für neue Möglichkeiten des Customer Relationship Management. Erste Programme wie Bezahlsysteme via Facebook als „F-Commerce“ werden schon jetzt diskutiert und getestet.
Loyalty-Couponing steht hierbei hoch im Kurs. Eine Möglichkeit wie es funktionieren kann zeigt die vor kurzem in den USA gestartete Partnerschaft zwischen dem Location Based Service Foursquare und American Express. Diese ermöglicht es  Benutzern ihre AmEx-Karten mit ihren Foursquare-Konten zu synchronisieren, um an exklusiven Couponing-Aktionen teilnehmen zu können und Incentives zu erhalten. Bei Check-Ins in bestimmten Restaurants oder anderen Geschäften werden American-Express-Karteninhabern zum Beispiel spezielle Rabatte gewährt.
Zum Start dieser Zusammenarbeit gibt es unter anderem auch Sonderpreise bei der Modekette H&M. Käufer, die im Warenwert von mindestens US-$ 75 eingekauft haben, erhalten eine Gutschrift von US-$ 10 auf ihr Konto.
Großer Vorteil dieser Art von Couponing: die Kaufabsicht des Kunden bei der Marke war ohnehin bereits vorhanden. Mit der an den Check-In gekoppelten Aktion wird jedoch die Kundenloyalität erhöht und der Umsatz gesteigert, wenn er beim Einkauf schon nahe der US-$ 70 ist und für die Gutschrift doch noch einmal fünf Scheine mehr ausgibt. 
 
Der Couponing-Ausblick
Erst jüngst startete die von TOX Target Media betriebene Gutscheinplattform Valpak in Zusammenarbeit mit dem Partner junaio ein eigenes Augmented Reality Couponing (ARC). Die AR-Funktion identifiziert über einen speziellen mobilen Browser lokale Angebote, sobald der Nutzer die Kamerafunktion seines mobilen Endgerätes in die verschiedenen Himmelsrichtungen hält. Gutscheine von Händlern ab einem Meter bis etwa 30 Kilometer Entfernung werden durch Pop-Ups auf dem Display in Echtzeit angezeigt. Durch das Anklicken eines Pop-Ups öffnet sich eine mobile Website mit Registrierungsmöglichkeiten, um den Coupon direkt im Laden einlösen zu können.

Img_5602_mod
Credit: metaio GmbH

Einen anderen Ansatz verfolgt das StartUp-Unternehmen sixunity aus Dortmund. Mit ihrem Webbasierten Dienst frinXX kann der Nutzer Drink-Coupons digital verschenken, die in bestimmen Restaurants oder Bars in echte Drinks eingetauscht werden können. Durch diesen Dienst, nämlich über jede beliebige Distanz reale Produkte über das Internet verschenken zu können, ergeben sich auch zukünftig neue kreative Möglichkeiten für den stationären Handel.
    
Auch wenn die Akzeptanz der neuen Digitalisierung und Möglichkeiten noch einen langen Weg vor sich hat, um im Leben der Konsumenten voll integriert sind, liegt die Zukunft des Shoppings im kontextsensitiven Erlebnis. „Klasse statt Masse“ gilt also auch im Couponing-Segment. 
Hier haben Services wie Location Based oder Augmented Reality großes Zukunftspotenzial.
Allerdings müssen alle Aktivitäten strategisch implementiert werden, die technische Infrastruktur am Point of Sale, wie webbasierte Kassen– und Warenwirtschaftssysteme,  mitziehen und die Einlösemechanik der Coupons in Echtzeit für die Kunden wie auch für das Personal einfach zu handeln sein.
 
Wer zu den absoluten Innovationsführern gehören möchte, kann dem (potentiellen) Kunden durch Gaming-Mechanismen mit spielerischem Ansatz Mehrwerte liefern. Das Trendwort heißt hier „Gamification“ und bedeutet die Anwendung von Spielmechaniken für jene, die keine typischen Spieler im klassischen Sinne sind beziehungsweise no-game–Aktivitäten wahrnehmen. Gamification ist dabei eine neue strategische Herangehensweise  zur  Steuerung und Motivation unterschiedlicher Gruppen von Menschen. Das noch junge Feld findet vor allem in den Bereichen der Kundenbindung, dem Loyalitätsaufbau und der Belohnung von Angestellten und Geschäftspartnern zur Leistungsanerkennung regen Zuspruch.  Einer der Vorreiter auf diesem Gebiet ist Domino‘s Pizza in den USA, die über die Online-Präsenz „Behind the Pizza“ interkatives Storytelling umsetzen. Die Nutzer haben spielerisch die Möglichkeit die Qualität und Herkunft der einzelnen Zutaten besser zu erfahren und damit Punkte zu sammeln. Der jeweilige Punktestand setzt verschiedene Coupon- Angebote für den Nutzer frei.

Real versus Digital
Laut einer jüngsten Umfrage von acardo und lb-lab sind 56 Prozent der Konsumenten ohne bisherige Couponnutzung an mobilen Couponing interessiert.
Im Gegensatz zu Papiercoupons werden die aufs Handy geschickten Coupons deutlich häufiger eingelöst - laut Studien liegt die Einlöse-Quote bei durchschnittlich 15 Prozent, bei traditionellen Coupons bei durchschnittlich 0,5 Prozent.

Trotzdem, die Technologie, das Verständnis und die Nutzungsrate von Smartphones oder Tablet-Computers haben natürlich noch nicht bei weitem die Breite im Markt erreicht. Bisher sind es noch innovative Schritte der Unternehmen und Marken.

Der Nutzen für die Kunden lässt sich aber schon jetzt im Handling der digitalen und mobilen Coupons aufzeigen. Man ist als Nutzer von Coupons nicht mehr darauf angewiesen physische Gutscheine in Papierform mit sich zu führen, die im schlimmsten Fall gar nicht mehr gültig sind und an der Kasse für Unmut sorgen könnten. Im Digitalen hat man immer die aktuellste Coupon-Version zur Hand, ohne sich Sorgen über die Gültigkeit machen zu müssen.
Ebenso können Kampagnen und Aktionen zielgruppen- und impulsgerecht im lokalen Geschäftsradius bei potenziellen Käufern ausgesteuert werden.

Auf Seiten der Industrie und Händler ist allerdings noch viel Aufklärungsarbeit von Nöten. Laut den Gutscheinspezialisten der Incentiv Marketing Group BONAGO hinkt Deutschland im europäischen Vergleich in der Vielfältigkeit der Einsatzmöglichkeiten von Coupons hinterher.  Erst seit etwa drei bis vier Jahren werden verschieden Lebenswelten aus Sicht der Konsumenten über On-Pack-Promotion vernetzt. Heißt, gemeinsame Markenwerte der Produkte werden identifiziert und auf die Zielgruppen abgestimmt. Da kann es schon mal passieren, dass bei einem Wasserkauf einer bestimmten Sorte der Schnupper-Joga-Kurs als Mehrwert integriert wird. Hier geht der Trend ganz klar weg von der einfachen Rabattaktion hin zum Customer Value. In erster Linie sind es die Fast Moving Consumer Goods, die als präferierte Produkte für weiterentwickelte Testballons genutzt werden.            
Laut Mark Greeg, Geschäftsführer von BONAGO, sind im Zuge dessen durchschnittliche Umsatzsteigerungen von fünf bis sieben Prozent zu erwarten. Das Wachstum löst allerdings nicht allein der Coupon aus. Ausschlaggebend sind zum einen eine bessere Produktplatzierung und zum anderen  keine sonstigen Preiskannibalisierungen gleicher Produktsparten über den Promotion-Zeitraum durch den Händler.
Viel Nachholbedarf gibt es außerdem noch im Bereich der klassischen Gift Cards. Diese werden zwar schön länger im stationären Handel erfolgreich vertrieben, für den E-Commerce befinden sich die Geschenkgutscheine aber erst noch im Aufbau. Fehlende Usability, Auswahlmöglichkeiten oder personalisierte Datenintegration hinken Strategie und Umsetzung noch hinterher.      

Abschließend lässt sich sagen, dass Couponing im kommunikativen Wertschöpfungsprozess definitiv eine nachhaltige Rolle spielen kann. Die neuen Medienmöglichkeiten und die digitale Evolution werden hier neuen Bedingungen schaffen. Entscheidend wird allerdings sein, dass Couponig-Aktionen nicht als aktionistische Rabattschlacht mit drastischem Werteverfall abgehandelt werden. Aufgabe muss sein temporäre Aktionen mit mehr emotionalen als rationalen Mehrwerten für Produkte oder Marken aufzuladen, sowie soziale Nutzerbedürfnisse zu berücksichtigen und kontextsensitive Programme umzusetzen.  

 

Dieser Beitrag ist neben vielen anderen guten Beiträgen in der >> direkt marketing << als Beilage der aktuellen acquisa erschienen.

9 Aug 2011

node contemporary marketing

Die neue node-Ausgabe von der Viacom Brand Solutions ist nach längerer Zeit mal wieder erschienen. Die aktuelle Ausgabe handelt u.a. von Multichannel, Social Media, NFC und von der Zukunft des 360Grad-Prinzips bis hin zum Proximity Marketing.

5 Jul 2011

Vortrag auf der Social Media Conference in München!

Moderne Kundenansprache mit Mobile Experience - Strategische Vernetzung von Location Based Services, Augmented Reality und Social Media!

 

12 May 2011

Mit Social Media Werte schaffen: Von „nur“ facebook zum strategischen Einsatz von Social Media in Unternehmen!

Laut einer jüngst repräsentativen Forsa- Studie im Auftrag des Bundesverbandes für Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien  (BITKOM) sind 47 Prozent der deutschen Internetnutzer Mitglied bei facebook. Geht man noch weiter und schließt alle sozialen Netzwerke mit ein, so sind es sogar  40 Millionen Bundesbürger, die in Online-Communities angemeldet sind. Halb Deutschland ist demnach im digitalen Dialog

Fb_world
Facebook mit über 550.000.000 Nutzern weltweit

Die Machtverhältnisse um die Gunst der Käufer und Kunden als auch die Akzeptanz von Werbe- und Produktbotschaften haben sich heute gänzlich geändert. Kunden  steuern bewusst und unbewusst  die Kommunikationsprozesse von Unternehmen in der digitalen Öffentlichkeit mit.

Veränderung der Markenkommunikation

Wo Unternehmen einst viel Geld für das Produkt und ein Vielfaches in die Kommunikation investierten, um ihre Anspruchsgruppen im Markt zu erreichen, findet heute eine Verschiebung statt.

Komm
Markenkommunikation „Früher“

Der Markt ist dynamischer, unberechenbarer und kollektiv intelligenter als jemals zuvor. Der Mensch wandert im Social Web, filtert für sich relevante Informationen und spricht sich für, über oder gegen Produkte und Marken aus. Das hat reale Konsequenzen auf Reputation, auf das Image und Produkte der Unternehmen, wird doch das individuelle Kaufverhalten im Markt dadurch gesteuert. Facebook oder auch Google tun durch die immer komplexer werdenden Suchalgorithmen, welche bei Suchergebnisse die Beurteilungen von Menschen und Freunden bei der Ergebnisanzeige in Echtzeit berücksichtigen, ihr Übriges. 

Komm1
Markenkommunikation „Heute“

Ganz egal, ob das eigene Unternehmen im Social Web selbst präsent ist oder nicht. Falls sie nicht selbst kommunizieren, wird es für sie getan. Die Konsequenz aus Businesssicht: Immer mehr Unternehmen nutzen Social Media mit dem Ziel für sich zu werben und versprechen sich somit einen neuen und  schnellen Absatzkanal. Facebook als momentan größtes soziales Netzwerk wird hier oft als erste Anlaufstelle für eine One-to-many-Kommunikation genutzt, die heute allerdings nicht mehr funktioniert.

Strategie vs. Aktionismus

Nach einer kommunikativen Anfangseuphorie der Unternehmen folgt   meist Ernüchterung. Spätestens die Frage nach dem Return on Investment, bedingt durch ein  Ausbleiben der Dialogbereitschaft mit den Fans, bringt letztendlich die Euphorie zum Stocken. Man muss schließlich fragen: Wollen Menschen wirklich Botschaften von Unternehmen ohne echten Inhalt und Mehrwert auf facebook und Co. sehen und lesen?

Durch Gewinnspiel- oder Rabatt-Aktionen sollen mangelnde Strategien kompensiert und die Fananzahl künstlich gesteigert werden. Dieser Aktionismus bringt zwar ein schnelles Ergebnis, beschränkt sich jedoch auf einen rein quantitativen Messwert: die Anzahl der Fans! Aber ist das wirklich der Sinn und Zweck von Social Media? Wo ist hier der Unterschied zu anderen Online-Rabattseiten oder dem klassischen Couponing? Das eigentliche Potenzial von Social Media wird bei vielerlei Vorgehen stark verkannt und bisher nur selten genutzt. Die Verführung zur falschen Umsetzung ist groß. Ein Social-Media-Account ist schnell eingerichtet und das Kommunizieren kostet anscheinend auch kein Geld.

Die Praxis sieht allerdings anders aus und es erweist sich oft als weitaus schwieriger, teurer und viel komplexer, um wirklich Gehör in der (Web-)Öffentlichkeit zu erhalten, als man anfangs dachte. Die Frage nach dem Sinn und der Wertschöpfung für Unternehmen durch ein Social-Media-Engagement ist daher berechtigt.

Strategisches Social Media

Es mag trivial klingen, doch es gilt „echte“ Fans zu haben, die für das Unternehmen sprechen. Denn im Social Web zählen andere KPIs (Key Performance Indikatoren) als reine Reichweite. Indikatoren wie der Engagement-Faktor oder auch Advocacy Impact, also die Anzahl der generierten positiven Meinungen über das eigene Unternehmen oder Produkt(e) in Relation zur Gesamtanzahl der relevanten gesamt positiven Meinungen in einem Zeitraum, oder auch die Conversation Reach, sprich die Anzahl der eigenen aktiven Nutzer in Relation zur Gesamtanzahl der Nutzer,  sind unter anderem ausschlaggebend für eine Marken- oder Produktrelevanz.

Für  Unternehmen bedeutet dies neue Herausforderungen im Verständnis ihrer täglichen Arbeit. Die kontinuierliche Bereitschaft sich auf Menschen im Social Web einzulassen und auf diese Menschen zu hören und nicht nur zuzuhören ist ein großer Lernschritt. Social Media sind, wie auch die Kommunikation im realen Leben, echtes Handeln und fordern entsprechende soziale Kompetenzen ab. Die großen Chancen von Social Media sind  ganz klar die Möglichkeiten des gegenseitigen Austauschs von Wissen und Inhalten, das Zuhören, was andere sagen, „Menschlichkeit“ und Kontakt in Echtzeit. Der Clou: Social Media sind real  und erstrecken sich auf mehr als das reine Marken- und Produktverhalten der Konsumenten. Die Stärke liegt im Dialog und Multilog, um über verschiedene Prozess-Stufen hinweg unbeteiligte Menschen zu echten Fürsprechern, ehrlichen Kritikern oder auch wertvollen Inspirationsquellen für das Unternehmen zu machen.

Der Anfang dieser Wertschöpfungsdefinition für Unternehmen besteht darin, für alle relevanten Bereiche – Human Ressource (Social Media Culture), Unternehmenskommunikation (Social Media Relations), sowie Marketing und Verkauf (Social Media Marketing) – genaue Ziele zu definieren, wie Social Media nachhaltig die einzelnen Prozesse effektiver steuern und Werte schaffen.

Die Vorgehensweise ist dabei gar nicht so schwierig. Man sollte bloß nicht den Fehler begehen die Maßnahmen, Beispiel eine facebook-Seite, vor der strategischen Basis aufzusetzen. Die zentrale Frage, welche sich Unternehmen daher stellen sollten, ist in erster Linie nicht wie Social Media verkaufen können, sondern was Social Media eigentlich imstande sind besser zu leisten als andere Disziplinen. Und mit „besser“ ist gemeint, wie die Kommunikation im Social Web die betriebswirtschaftlichen- und Kommunikationsziele effektiver unterstützen kann. Eine Wertschöpfung besteht aus mehr als nur „verkaufen“.

Es gibt viele Herausforderungen für Unternehmen, um erfolgreich im Markt zu bestehen. Egal ob Mitarbeiter-Recruiting, gute Mitarbeiter langfristig zu halten, die Loyalität der Kunden erhöhen, die Reputation der Marke und Produkte steigern, Akzeptanz für Innovationen im Markt herstellen oder die Effizienz der gesamten Kommunikation zu erhöhen, Social Media müssen nachweisbar auf diese Geschäftserfolge einzahlen. Es ist nicht mehr entscheidend wie man alle Anspruchsgruppen erreicht, sondern was die Anspruchsgruppen erreicht.  Eindeutig definierte Ziele und messbare Indikatoren in den verschiedenen Wertschöpfungsbereichen im Unternehmen sind hier das Fundament.

Für die Organisationskultur kann die gesamte Wertschöpfung daraus bestehen wie Produkte und Services durch Social Media stetig besser werden. In Teilzielen runter gebrochen kann dies bedeuten, wie die Mitarbeiterbeteiligung in der internen Kommunikation gesteigert werden kann oder das Schaffen eines effizienteren Wissenstransfers im Unternehmen. In der Unternehmenskommunikation bedeutet eine solche Wertschöpfung unter anderem, wie man eine bessere Beziehung zu Medien, Multiplikatoren oder Stakeholdern aufbaut oder diese besser aktiviert. Im Marketing und Verkauf, wie man Kunden gewinnt, bestehende Kunden stärker bindet, einen höheren Direktvertrieb erzielt oder die Marke gegenüber den Wettbewerben stärkt.

Prozesstalk
Alle strategischen Aufgabenfelder (Credit: talkabout)

Wichtig ist dabei die geeigneten Prozesse sauber zu identifizieren, durch die spezifi-schen Vorteile von Social Media zu optimieren und mit geeigneten KPIs zu versehen. Social Media können definitiv an sehr vielen Stellen im Unternehmen Werte schaffen. Dies muss jedoch durch einen strategischen Prozess und eine angemessene Vernetzung verschiedenster Bereiche und Abteilungen  im gesamten Unternehmen verankert werden. Social Media sind hier nicht die Strategie. Sie sind „nur“ der Weg, der zum  Gesamterfolg eines Unternehmens beisteuert. Und nicht zu vergessen: Dies kann für jedes Unternehmen etwas anderes bedeuten.

Das Faszinierende an Social Media ist, dass alle kommunikativen Bereiche Kommunikation, HR, Marketing und Vertrieb wie in kaum einer anderen  Disziplin voneinander abhängig sind. Marketingaktivitäten scheitern, wenn die Nutzer nicht dahinter stehen, wenn kein Vertrauen oder eine echte Beziehung zum Unternehmen oder Produkt bestehen. Ideal ist es, alle drei Bereiche konsequent anzugehen.

Hier gilt es zuerst die Organisation und Kultur auf die neuen Gegebenheiten vorzubereiten, aufzuklären und zu schulen, um  die geeignete menschliche und technische  Infrastruktur im Unternehmen herzustellen. Social Media einzusetzen bedeutet oftmals mehr als reine Kommunikation zu betreiben. Social Media öffnen ein Unternehmen für die Außenwelt. Die Mitarbeiter werden ein Teil der Kunden und umgekehrt.

Die sogenannte “Social Media Culture” ist als Selbstverständnis an das Kommunika-tionsverhalten zwischen Unternehmen und dessen allen beteiligten Menschen zu sehen. Optimal betrachtet steht sie überge-ordnet als Synonym für einen zeitgemäßen, respektvollen Umgang und echten Dialog.  Dies im Verständnis aller Beteiligten von der obersten Geschäftsebene der Verantwortlichen bis zur untersten und den Mitarbeitern zu verankern ist die Herausforderung. Gelingt dies, erfolgt anschließend durch „Social Media Relations“ die Beziehungsarbeit, um Vertrauen herzustellen und Fürsprecher zu gewinnen. Hat man diese ersten beiden zeit-intensiven Bereiche sauber in die Unternemensprozesse implementiert, kann folglich das „Social Media Marketing“ zur Geltung kommen und im Optimalfall „richtig Buzz“ erzeugen.

Die Kunst des „Loslassens“

Anders als bei vielen anderen klassischen Marketingmaßnahmen finden bei Social Media kein klar stringenter Ablauf statt, da viele einzelne Schritte auf den diversen Kanälen parallel zueinander erfolgen. Hinzu kommt der „Faktor Mensch“, der nicht vorher programmiert und in all seinen Facetten des Handelns einkalkuliert werden kann.

Wer Social Media nur auf aufmerksamkeitsstarke und kreative facebook-Kampagnen und Applikationen mit möglichst  viel Action und Features reduziert, der wird Social Media nicht verstehen. Nicht die programmierten Apps und aufwändig inszenierten Bilder sind entscheidend, sondern ob sich das Unternehmen wirklich – sprich auch persönlich – auf die Menschen, die es zu erreichen gilt, einlässt, ihnen ernsthaft zu-hört und ehrlich sowie stetig mit ihnen das Gespräch sucht.

Nicht weniger wichtig: Die gleichen Prozesse gelten im Unternehmen. Miteinander zu kommunizieren und einander Wertschätzung entgegenzubringen sind die Grundsteine eines erfolgreichen und werteorientierten Voranschreitens Und hier kommt die Technik uns zu Gute. Dank twitter, facebook, Blogs und Co. können Unternehmen den Dialog besser und vielfältiger führen als früher und echte Erfahrungen sammeln.

Das semantische Web mit seinen Möglich-keiten der intelligenten Rückmeldung auf Fragen und Problemewird immer schneller Realität. Der Mensch und dessen Meinung, Beurteilungen und Ansichten stehen ganz klar im Vordergrund. Die Lösung ist hier für Unternehmen eigentlich ganz einfach und gleichzeitig so schwer, da unberechenbar: Den Faktor Mensch frühzeitig in Prozesse integrieren, möglichst viele technisch-kommunikative  Berührungspunkte zur Verfügung stellen und ihn mitsprechen lassen. Social Media sind definitiv nicht die Lösung, um ein schlechtes Produkt im Social Web besser zu machen. Aber es kann etwas leisten, was kein anderes Medium leisten kann: Persönliche Nähe herstellen. Aber nicht wegen eines neuen Kommunikationskanals, sondern wegen der neuen Kultur der Nähe und einer neuen, besseren Kundenorientierung, die dahintersteckt und die weitaus effektiver und verkaufsfördernder sein kann als klassische Mediaspendings es je könnten.

 

 

 

 

14 Apr 2011

Interaktive Gästeansprache mit Mobile Experience. Präsentation auf dem ersten deutschen e-Gastro Kongress 2011.

Am 11. und 12. April fand der 1. Deutsche e-Gastro Kongress in Wiesbaden statt. Gleich vorweg: Tolle 2 Tage mit viel qualitativem Input aus der Branche für die Branche mit richtig tollen Diskussionsrunden mit allen Referenten und Teilnehmern. Der Kongress fand erstmals parallel zum Deutschen Online-Handelskongress und Deutschen Online-Hotel-Kongress statt. Veranstalter war "the conference group" mit dem Medienpartner "food service" aus dem Hause des deutschen Fachverlages. Das Programm erstreckte sich über 2 Tage und war ein toller Querschnitt über die kommunikativen Mäglichkeiten im Social- und mobilen Web, digitale Planungs- und Steuerungsplattformen, Best Cases von Konzernen wie McDonalds und Individualgastronomen wie die Niederlassung oder NOA Bar aus München, digitale Bestell- und Multitouchmöglichkeiten am POS sowie dessen Erfahrungsberichte von holyfields und LaBaracca u.v.m. Ich hatte die große Ehre die Moderation an beiden Tagen zu halten, sowie den Impulsvortrag. Anbei die Präsentation über Mobile Experince: Warum zukünftig im mobilen Bereich nicht Augmented Reality, Social Media oder Location Based Services isoliert betrachtet werden sollen, sondern die gegenseitige Vernetzung an Bedeutung gewinnt. Wer die letzte Präsentation über die mobile Kundenansprache schon kennt, wird einiges wiedersehen. Der mittlere Teil der Präsentation ist allerdings neu und zeigt unter anderem spannende Erkenntnisse aus dem Augmented Reality Testprojekt mit Coca-Cola und Sausalitos.

 

31 Mar 2011

Das mobile Web in der Kundenansprache!

Am Dienstag, 29.03.2011, durfte ich für den DEHOGA Bundesverband auf einer Fortbildungsveranstaltung des BDT (Bundesverband deutscher Discotheken und Tanzbetriebe e.V.) im Hotel Berlin einen Vortrag über das mobile Web in der Kundenansprache halten. Die Präsentation möchte ich euch nicht vorenthalten und würde mich sehr über Feedback freuen...:-)

 

Andreas Steinbeisser's Space

Chef der solution10 GmbH | Marketing | Kommunikation | Strategie | Social Media | Augmented Reality | Medien | Sport | Innovation | Marken- & Systemgastronomie | Food | Beverage

Weitere Informationen:
http://solution10.de
http://twitter.com/solution_10
http://facebook.com/andreas.steinbeisser
http://gplus.to/asteinbeisser
http://slideshare.net/solution10
http://xing.com/profile/Andreas_Steinbeisser2